Inhalt


©

Schulabbrecher-Problem wird unterschätzt

Unter den SchulabbrecherInnen ist der Anteil der FörderschülerInnen besonders hoch – ein Problem, was laut Horst Weishaupt, Wissenschaftler vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung, von der Politik vernachlässigt wird. Dass in Deutschland so viele junge Menschen die Schule ohne Abschluss verlassen, hängt in erster Linie mit unserem hochselektiven mehrgliedrigen Schulsystem zusammen. Während in anderen Ländern überhaupt nicht zur Debatte steht, Schülerinnen und Schüler auf unterschiedliche Schulen zu schicken, wird hierzulande Jahr für Jahr Kindern die Zukunft verbaut, indem sie bereits mit zehn Jahren auf verschiedene Schulformen aufgeteilt werden. Aus die Spitze getrieben wird das ganze dann mit der regelrechten Ausgrenzung auf spezielle Förderschulen. Entgegen dem Namen gelingt es hier aber in der Regel nicht, den SchülerInnen die entsprechende Aufmerksamkeit und Unterstützung zukommen zu lassen, die sie benötigen, so dass die meisten jungen Menschen diese Schulen ohne einen regulären Schulabschluss verlassen. Wie uns ausländische Beispiele und auch einige Modellschulen in Deutschland tagtäglich vor Augen führen ist ein möglichst langes gemeinsames Lernen auf einer Gemeinschaftsschule, wie es unter anderem die SPD in ihrem Wahlprogramm fordert, für alle Schülerinnen und Schüler die beste Lösung, von der jede/r profitiert. Wir brauchen in Deutschland eine Schule für alle, an der jedem und jeder die nötige Aufmerksamkeit, Förderung und Ermutigung entgegengebracht wird. Nur so kann auch die Zahl der SchulabbrecherInnen gesenkt werden.