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Auf dem falschen Weg: Schavan will Kinder früher einschulen

Schavan begründet ihren Vorschlag, Kinder schon mit vier Jahren in die Schule zu schicken, damit, dass viele Schülerinnen und Schüler durch die späte Einschulung mit sechs Jahren und die starre Regelung der Stichtage bereits am Ende der ersten Klasse unterfordert seien und keine Lust mehr auf die Schule hätten. Doch mit der Forderung, dieses Problem einfach durch eine frühere Einschulung lösen zu wollen, macht es sich Frau Schavan ein bisschen zu einfach. Zunächst einmal unterstellt sie damit den KiTas, Kinder anscheinend nicht genug fördern zu können. Das ist zum einen nicht immer richtig, zum anderen wird schon lange gefordert, mehr Geld in die frühkindliche Bildung zu investieren und die ErzieherInnen besser auszubilden und zu bezahlen, um dem gerecht zu werden. Kindertagesstätten sind Orte der Bildung und müssen auch als solche anerkannt werden. Zweitens muss man sich die Frage stellen, wie geeignet schulische Strukturen für vierjährige Kinder sind, und hier sind sich Experten weitestgehend einig: in diesem Alter sollte spielerisches Lernen im Fordergrund stehen. Es muss Rücksicht genommen werden auf Wahrnehmungsfähigkeit sowie emotionale und soziale Entwicklung der Kinder. Vierjährige brauchen eben andere Angebote als Sechsjährige, schulische Strukturen sind in diesem Alter noch nicht geeignet. Das Einschulungsalter regulär auf vier Jahre herabzusetzen wäre also ein Fehler. Stattdessen müssen endlich die nötigen Investitionen in die frühkindliche Bildung erfolgen, damit KiTas ihrem Anspruch als Bildungseinrichtung sowie dem Wissensdurst der Kinder gerecht werden können. Anscheinend ist Frau Schavan auf den letzten Metern ihrer Amtszeit doch noch eingefallen, dass sie neben Forschung auch die Zuständigkeit für Bildung inne hat.