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Keine Sommerpause bei den Studienbewerbungen

Nach dem langen Streit um das neue Serviceverfahren zur Hochschulzulassung beginnt heute die Bearbeitung der Bewerbungen der Abiturientinnen und Abiturienten. Wir hoffen, dass sich alle Hochschulen an ihr Versprechen halten und ein erneutes Chaos bei der Studienplatzvergabe vermeiden. Zur Bearbeitung der Bewerbungen müssen ausreichend Kapazitäten in den Hochschulverwaltungen zur Verfügung stehen, damit Studienbewerberinnen und -bewerber rechtzeitig einen Bescheid erhalten und noch freie Plätze zügig besetzt werden können. Der beste Zeitplan nutzt nichts, wenn die Hochschulen nicht ausreichend vorbereitet sind. Die Online-Börse für Studienplätze ist kein Allheilmittel, so wie es die Hochschulrektorenkonferenz propagiert. Der Erfolg hängt vor allem davon ab, dass Hochschulen ihre freien Studienplätze tatsächlich einstellen und die eingehenden Bewerbungen schnell bearbeiten. Andernfalls bleiben wiederum Studienplätze frei und Studienbewerberinnen und -bewerber erhalten ihre Zusagen viel zu spät. Das es auch in diesem Jahr nur zu einem Übergangsverfahren gereicht hat und ein koordiniertes Verfahren mit einer praxisfähigen Software nicht zur Verfügung steht ist vor allem der Bundesbildungsministerin anzulasten. Anders als der Bundesvorsitzende des RCDS, dem Frau Schavan wohl ein persönliches Machtwort hat zukommen lassen, werden sie die meisten hochschulpolitischen Akteure wegen ihrer Untätigkeit in Erinnerung behalten. Ohne ihre Weigerung das Chaos durch ein Bundesgesetz zu lösen, wäre uns in jedem Fall ein weiteres Jahr Dilettantismus erspart geblieben.