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Schluss mit den Alibi-Maßnahmen!

Damit sind drei weitere deutsche Hochschulen neben den drei vor einem Jahr gekürten zu sogenannten „Elite-Universitäten“ ernannt worden. Katharina Flechsig, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen, erklärt dazu: „Mit der 2004 ins Leben gerufenen Exzellenzinitiative, in der die Spitzenforschung in Deutschland gestärkt und damit zu international sichtbaren ‚Leuchttürmen der Wissenschaft’ ausgebaut werden soll, ist eine fatale Entwicklung der deutschen Hochschullandschaft angestoßen worden. Im Mittelpunkt steht nicht mehr eine Förderung aller deutschen Hochschulen und damit die Gewährleistung einer qualitativ hochwertigen Bildung an allen Standorten, sondern die Etablierung einiger weniger vermeintlich „exzellenter“ Universitäten mit einer kleinen Zahl an Studierenden. Die große Masse sinkt zu reinen Ausbildungsuniversitäten ab mit entsprechend deutlich geringerem Etat.

Ein solches Vorhaben ist nicht nur kurzsichtig, sondern kontraproduktiv. Schon heute sind die meisten Hochschulen sowohl technisch als auch personell schlecht ausgestattet, was sich auch in Unzulänglichkeiten in der Lehre an vielen Stellen niederschlägt. Die Situation wird noch ernster, wenn die prognostizierten stärkeren Jahrgänge an die Hochschulen strömen. Um diesen Entwicklungen wirksam zu begegnen, braucht es keine Alibi-Maßnahmen wie die Exzellenzinitiative, die von der eigentlichen Malaise des deutschen Hochschulsystems ablenken. Um die Missstände insbesondere auch in der Lehre zu beheben, ist eine Breitenförderung, die allen Studierenden zugute kommt, unumgänglich. Erste Vorschläge zur Aufstockung des Lehrpersonals sind in den letzten Monaten bereits von verschiedenen Akteuren unterbreitet worden. Hier darf es nicht bei Lippenbekenntnissen bleiben.“