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Höhere Ausgaben für ein gerechtes Bildungssystem!

Zur OECD-Studie "Bildung auf einen Blick 2007" erklärt der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning: Der OECD-Bericht ist wieder einmal ein Armutszeugnis für die Bildungspolitik von Bund und Ländern. Zwar wird die Bedeutung von Bildung für eine gerechtere und sozialere Gesellschaft regelmäßig betont. Unternommen aber wird wenig und Deutschlands Bildungssystem rutscht im internationalen Vergleich weiter ab. Es müssen endlich Maßnahmen ergriffen werden, um das deutsche Bildungssystem sozial gerechter auszugestalten. Und dazu sind sehr viel höhere öffentliche Bildungsausgaben notwendig (mit 4,3% des BIP liegt Deutschland auf Platz 21 von 28 OECD-Vergleichsländern). In kaum einem anderen Land ist das Bildungssystem so sozial selektiv und ungerecht wie in Deutschland. In kaum einem anderen Land haben es Menschen aus ärmeren Familien so schwer ein Hochschulstudium aufzunehmen. Für eines der reichsten Länder der Welt ist dies untragbar! Deutschland hat insgesamt zu wenig Hochschulabsolventen (15% statt der 24% des OECD-Durchschnitts). Statt Zugangsbarrieren aber abzubauen, werden sie mit Studiengebühren weiter verschärft. Vor diesem Hintergrund sind die von den unionsregierten Bundesländern eingeführten Gebühren besonders kontra-produktiv - sie müssen schnellstmöglich abgeschafft werden! Um Menschen mit finanziell schlechterem Hintergrund ein Hochschulstudium zu ermöglichen, muss dringend das BAföG deutlich erhöht werden. Für uns Jusos ist klar: Reformen und zusätzliche Mittel bei den Hochschulen alleine werden angesichts des überholten ständischen deutschen Schulsystems nicht ausreichen. Um wirklich mehr Gerechtigkeit im Bildungssystem zu erreichen, muss endlich das gegliederte Schulsystem durch integrative Gemeinschaftsschulen ersetzt werden. Insgesamt gilt: Investitionen in Bildung müssen in Deutschland endlich wieder an erste Stelle stehen.