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Verharmlosung ist der erste Schritt zur Akzeptanz!

Zur Diskussion um die Reaktion auf die "Hetzjagd" gegen Inder in der Gemeinde Mügeln erklärt der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning:

Wie eh und je wird nach offensichtlich fremdenfeindlichen Anschlägen die Verharmlosungsmaschinerie angeworfen, um sich dem Rechtsextremismus in Ost und West nicht nachhaltig stellen zu müssen. Dabei ist Verharmlosung der erste Schritt zur Akzeptanz brauner Gedanken und Taten. Es ist an der Zeit, dass Rechtsextremen endlich nachhaltig Einhalt geboten wird. Dies gelingt nur, wenn die Verharmloser sich den wahren Realitäten stellen.

Die Äußerungen des Bürgermeisters von Mügeln, Gotthard Deuse, zeigen, wie wichtig eine ernsthafte Debatte über Rechtsextremismus und Rassismus in Deutschland ist. Wer einen rechtsextremen Hintergrund ausschließt, weil nur ausländerfeindliche Parolen skandiert wurden, zeigt wie Ernst das Prob-lem ist. Rassismus ist kein Randproblem, sondern ist bis in die Mitte der Gesellschaft hinein verankert. Zu diesem Ergebnis kam zum wiederholten Male im November 2006 die Studie der Friedrich Ebert Stiftung "Vom Rand zur Mitte". Dort stimmten 40% der Befragten der Aussage "Die Bundesrepublik ist durch die vielen Ausländer in einem gefährlichen Maß überfremdet" zu.

Aus Sicht der Jusos ist auch nicht die Sorge vor der Standortschwäche Deutschlands die richtige Reaktion auf rechtsextreme Taten. Rassismus in Deutschland ist ein ernstzunehmendes Problem und nicht ein schwarzer Fleck auf dem Image Deutschlands. Unsere Hauptsorge gilt den Opfern rechtsextremer Gewalttaten. Was wir jetzt brauchen, ist nicht die Sorge um den Standort Deutschland, sondern den Willen, den Rassismus in Deutschland aktiv zu bekämpfen.