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[Ausbildungs]Pakt des Scheiterns verlängert!

Der Ausbildungspakt greift nicht: Die Ziele sind wenig ehrgeizig, der Pakt ist erfolglos und unverantwortlich. Zur heute vereinbarten Verlängerung des Ausbildungspaktes erklärt der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning: Der Ausbildungspakt ist gescheitert. Während seiner bisher dreijährigen Laufzeit ist es nie gelungen, allen Bewerberinnen und Bewerbern einen Ausbildungsplatz anzubieten. Diesen Pakt jetzt zu verlängern ist den jungen, einen Ausbildungsplatz suchenden Menschen gegenüber unverantwortlich! 2006 haben die Paktpartner ihre Zusagen zwar weitgehend eingehalten und teilweise übererfüllt. Doch trotz Ausbildungspakt waren zum Jahresende 2006 noch 17.400 Ausbildungssuchende ohne Stelle. Vor allem Migrantinnen und Migranten haben kaum eine Chance, einen regulären Ausbildungsplatz zu erhalten. Das zeigt, dass die Ziele des Paktes bei weitem nicht ausreichend und großteils wirkungslos sind. Der Pakt ist zahnlos, er geht an den Anforderungen und der Realität auf dem Ausbildungsstellenmarkt vorbei. Die jetzt von der Wirtschaft zugesagte Verdoppelung bei den Ausbildungsplätzen wird daran nichts ändern, da sie nicht über das Angebot im letzten Jahr hinausgeht. Insbesondere die Einstiegsqualifikationen halten ihr Versprechen nicht. Der Bund hat im letzten Jahr 42.000 Praktika finanziell gefördert. Gut die Hälfte aller Jugendlichen, die eine Einstiegsqualifikation anfingen, wurde danach aber nicht in eine reguläre betriebliche Ausbildung übernommen. Einstiegs-qualifikationen sind größtenteils reine Warteschleifen. Statt solche Einstiegspraktika ohne Perspektive und Abschluss im großen Rahmen finanziell zu fördern, sollte der Bund seine Mittel dazu einsetzen, den jungen Menschen eine echte berufliche Perspektive zu eröffnen. Die Jusos fordern eine Ausbildungsgarantie für alle jungen Menschen. Dazu bedarf es aber weit größerer Anstrengungen, als jetzt im Ausbildungspakt vereinbart. Auch im Sinne der Ausbildungsqualität ist ein solidarischer finanzieller Ausgleich zwischen ausbildenden und nicht ausbildenden Betrieben notwendig. Die Schaffung von Ausbildungsplätzen im dualen System ist zuallererst die Verantwortung der Wirtschaft.