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Duo Asoziale Teil II

Anlässlich der Stellungnahme der Bundesregierung zum Ausbildungspakt 2006 erklären der Juso-Bundesvorsitzende Björn Böhning und die stellv. Juso-Bundesvorsitzende Cordula Drautz: Mittlerweile kann man nur noch von Realitätsverlust oder purem Zynismus sprechen: Wirtschaftsverbände und Bundesregierung erklären im dritten Jahr in Folge, der Ausbildungspakt sei erfolgreich verlaufen. Dabei sieht die Bilanz in Wahrheit bitter aus: Die Zahl der „Altbewerber“, die bereits in den vergangenen Jahren keine Chance auf einen Ausbildungsplatz hatten, beläuft sich mittlerweile auf über 30% (ca. 250.000 Jugendliche) der bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Bewerber. Eine Bugwelle, von der Bildungsministerin Schavan keine Idee hat, wie sie sie abbauen will. Die Ausbildungslücke ist mit 50.000 fehlenden Plätzen immer noch immens. Einstiegsqualifizierungen (EQJ) sind ein Verschiebebahnhof. Kaum über die Hälfte der Jugendli-chen, die ein EQJ begonnen haben, sind anschließend in eine reguläre betriebliche Ausbildung übernom-men worden. Die tendenzielle Benachteiligung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund ist ebenfalls nicht beseitigt. Nahezu jede(r) fünfte MigrantIn bleibt ohne Schulabschluss und die Hälfte derjenigen mit Abschluss findet keinen Ausbildungsplatz! Wer angesichts dieser Zahlen von einer „erfolgreichen“ Politik spricht, verhindert in Wahrheit den erfolgreichen Berufseinstieg von jungen Menschen. Ausbildungsplätze müssen jederzeit allen jungen Menschen bereitgestellt werden - nicht nur in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs! Wir fordern daher - eine Ausbildungsgarantie, wie es in der Hochschullandschaft eine Selbstverständlichkeit ist. Das Bundesverfassungsgericht hat den Gesetzgeber und die Unternehmen aufgefordert, ein „auswahlfähiges Ausbildungsplatzangebot“ bereitzustellen. Die Unternehmen sind in der Verantwortung, allen jungen Menschen eine berufliche Erstausbildung zu ermöglichen. Das ist ihre Pflicht, ohne die ein duales System nicht funktionieren kann. - innovative Berufsbildungszentren aus Berufsschulen, Berufsfachschulen und Berufsoberschulen, die Schwung in die vollzeitschulische Ausbildung bringen sollen und Qualitätsprobleme des dualen Systems insbesondere im Dienstleistungsbereich beheben.