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Nie wieder! - Zum 62. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz

Heute vor 62 Jahren befreiten sowjetische Soldaten das KZ Auschwitz. Sie trafen auf 7.650 Überlebende, von denen die Hälfte in den folgenden Wochen an den Folgen der KZ-Barbarei verstarb. Die mörderische Rasseideologie und kapitalistische Ausbeutung gipfelten an diesem Ort in millionenfacher Vernichtung menschlichen Lebens. Bis zu 10.000 Auschwitz-Häftlinge mußten allein in den nahe gelegenen Fabrikanlagen von Europas größtem Konzern, der IG Farben, für "kriegswichtiges Material" schuften. Die Deutsche Bank unterhielt in Auschwitz eine eigenständige Dependance. Mit der Befreiung vom Faschismus durch die internationale Anti-Hitlerkoalition und den Widerstand wurden 1945 im Potsdamer Abkommen weitreichende Konsequenzen gefordert: Zerschlagung der Nazi-Organisationen Aburteilung und Bestrafung der Verantwortlichen an über 60 Millionen Toten von Faschismus und Weltkrieg, Demilitarisierung, Umwandlung der Rüstungsproduktion in zivile, Zerschlagung und Verstaatlichung der Großkonzerne, Demokratisierung der Gesellschaft. So sollten Faschismus und Krieg für immer gebannt werden. Seit einigen Jahren zeichnet sich jedoch eine wachsende Aktivität von (Neo-)Faschisten in der Bundesrepublik ab, in diesem Jahr haben gegenüber dem Vorjahr rechte Gewalttaten in einigen Bundesländern stark zugenommen. NPD, DVU und "Freie Kameradschaften" bündeln zunehmend ihre Kräfte um aktuelle soziale Ängste demagogisch für den "Kampf um die Straße", den "Kampf um die Köpfe" und den "Kampf um die Parlamente" auszunutzen. Mittlerweile trauen sich extrem rechte Kräfte antifaschistische Veranstaltungen zu "besuchen" und zu sprengen. Diese Nazi-Aktivitäten haben eine neue Unqualität angenommen, die sehr ernst genommen und kämpferisch beantwortet werden muß. Deshalb ist eine fortschrittliche Antwort auf die gesellschaftliche Krise notwendig: das konsequente und aufklärende Engagement für Frieden und internationale Solidarität, sozialen Fortschritt, sinnvolle Arbeit, Kultur und Bildung für Alle und umfassende Demokratisierung ist das einzig wirksame Contra zum braunen Ungeist. Frieden und unbedingte soziale und kulturelle Progression muß Leitlinie aller Wissenschaft und Forschung werden. Die Beendigung der Rüstungsforschung verunmögliche den Krieg! Diese Einsicht hat auch in Hinblick auf die anstehenden Landtagswahlen in einigen Bundesländern besondere praktische Relevanz. Antifaschismus darf kein Spezialistenthema sein. Das Bundeskoordinierungstreffen der Juso-Hochschulgruppen
  • fordert angesichts der derzeitigen Entwicklung alle Akteure der Zivilgesellschaft auf antifaschistische Arbeit und Aufklärung rechte Strukturen konsequent zu bekämpfen. Ziel muss sein, uneinsichtige Kader von Mitläufern zu trennen, um rechtsextremen Parteien, Kameradschaften und Verbindungen die Grundlage zu entziehen
  • beschließt die Durchführung einer Veranstaltung "Gegen Rechts" möglichst noch in diesem Jahr,
  • verpflichtet sich bundesweit antifaschistische Aufklärungsarbeit zu leisten und zu fördern.