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20 Jahre Bologna und kaum Fortschritte zu sehen!

Zum Beginn der Bologna-Konferenz in Paris erklärt Aljoscha Dalkner, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

„20 Jahre nach Beginn des Bologna-Prozesses sind noch viele Versprechen nicht eingelöst. Die letzten zwanzig Jahre waren geprägt von Studienzeitverkürzung und Ökonomisierung der Hochschulen. Es ist Zeit, die soziale Dimension stärker in den Fokus zu rücken, damit Bildungsgerechtigkeit erreicht werden kann. Auch die Studierbarkeit muss dringend verbessert werden. Noch immer bleibt das Studium hinter modernen Ansprüchen an Lehre zurück. Stattdessen wird auf Druck und Zugangsbeschränkungen im Studium gesetzt. In dieser Form ist das Studium nicht gerecht und macht krank.

Die Bologna-Konferenz in Paris darf sich nicht nur mit strukturelle Anliegen wie Qualifikationsrahmen oder der Einrichtung europäischer Hochschulnetzwerke beschäftigen. Wir brauchen keine europäische Exzellenzinitiative. Wir brauchen Studienbedingungen, die allen Menschen ein Studium ermöglicht. Wir brauchen verbindliche Ziele im Bologna-Prozess, im Bereich der sozialen Dimension und der Studierbarkeit. Es braucht endlich einen sozialen und gerechten europäischen Hochschulraum. Hier ist vor allem Bildungsministerin Karliczek zum Handeln aufgefordert, dies auch auf nationaler Ebene umzusetzen.“