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Rückläufige Freiwilligenzahlen – attraktiver und fairer Bundesfreiwilligendienst statt Pflichtdienst!

Im Jahr 2019 ist die Zahl der Bundesfreiwilligendienst-Leister*innen zurückgegangen. Dazu erklärt Charlotte Sonneborn, Mitglied im Bundesvorstand der Juso-Hochschulgruppen:

 „Was es in Anbetracht dieses Negativtrends sicher nicht braucht, ist eine weitere Diskussion über eine etwaige Dienstpflicht, wie sie zuletzt die CDU-Vorsitzende Kramp-Karrenbauer gefordert hat. Es sind andere Fragen, die im Vordergrund stehen müssen: wie steigern wir die Attraktivität von Freiwilligendiensten und wie kann es gelingen, den Bundesfreiwilligendienst für alle Menschen – unabhängig von sozialem und finanziellem Hintergrund - zugänglich zu machen? Hier braucht es neben einer fairen Vergütung vor allem nachhaltige Verbesserungen der Wohnsituation und der Mobilität der Freiwilligen. Ihnen sollten für öffentliche und kulturelle Angebote dieselben Vergünstigungen zukommen, wie beispielsweise Studierenden oder Auszubildenden. Solche Maßnahmen schaffen nicht nur gesellschaftliche Wertschätzung, sondern sichern insbesondere auf Dauer das soziale Engagement junger Menschen.

 

Der Bundesfreiwilligendienst gewährt gerade jungen Menschen die Chance, sich gesellschaftlich zu engagieren und hat als eine Art Lerndienst das Potential, ihnen eine Orientierung und persönliche Entfaltung vor dem Eintritt in Ausbildung oder Studium zu ermöglichen. Gleichzeitig leisten Freiwillige einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt. Angesichts dessen ist der Rückgang der Freiwilligenzahlen bedauerlich.“