Bundesverband der Juso-Hochschulgruppen

Newsletter Dezember 2016

Inhalt

1. Kommentar zur 25. BAföG-Novellierung
2. Kampagne: Support Your Local Girl Gang - Unser Studiprotest heißt #grlpwr
3. Bundeskoordinierungstreffen vom 18.-20. November in Berlin
4. Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Studienmöglichkeiten für Geflüchtete"
5. Tagung #NeueGerechtigkeit der SPD-Bundestagsfraktion
6. Pressemitteilung: Wanka setzt wiederholt falsche Schwerpunkte im Bildungshaushalt!
7. Konferenz "Lehre, Forschung und Innovation an Fachhochschulen" der SPD-Bundestagsfraktion
8. VG Wort: Kopieren statt Studieren!
9. Ausblick: Hochschuldialoge 2016/17

Kommentar zur 25. BAföG-Novellierung

Im zwd-Politikmagazin haben wir mit Vertreter*innen von fzs, GEW, DSW, sowie der hochschulpolitischen Sprecherin der Linksfraktion über die im August in Kraft getretene 25. BAföG-Novellierung diskutiert: Das BAföG sollte der sozialen Selektion im Bildungssystem der Bundesrepublik entgegenwirken und gerade Menschen aus einkommensschwachen Haushalten den Zugang zur Hochschule ermöglichen. Bei einer Förderquote von rund 15% im Jahr 2015 wird das BAföG diesem Anspruch eindeutig nicht gerecht. Solange sich Menschen gegen ein Studium entscheiden, weil die individuelle Finanzierung nicht gesichert ist, lässt sich nicht von Bildungsgerechtigkeit sprechen. „Klecker-Reförmchen“ wie die 25. BAföG-Novellierung sind keine Lösung. Das BAföG muss grundlegend reformiert werden, um zeitgemäß zu werden.

Kampagne: Support Your Local Girl Gang - Unser Studiprotest heißt #grlpwr

Männlich dominierte Veranstaltungen wohin das Auge reicht, fehlende Schutzräume und sexistische Werbung auf dem Campus. Wir haben davon die Nase voll. Mitte November haben wir unsere neue feministische Kampagne gestartet. Unter dem Slogan „Support Your Local Girl Gang – Unser Studiprotest heißt #grlpwr“ wollen wir gemeinsam für bessere, feministische Hochschulen kämpfen. Die Kampagne umfasst unter anderem ein 12-seitiges Zine, eine Faltanleitung zum Selbstbasteln, eine Postkarte, einen Sticker, einige Aktionsideen und eine Sprühkreidevorlage. An unserer Kick-Off-Aktionswoche beteiligten sich Local Girl Gangs aus Hochschulgruppen im gesamten Bundesgebiet. Und das ist nur der Anfang – denn feministische Kämpfe sind unserer Arbeit immanent – an den Hochschulen und darüber hinaus! Für Informationen zu unserer Kampagne und den Materialien, schaut auf unsere Homepage vorbei! 

Bundeskoordinierungstreffen vom 18.-20. November in Berlin

Vom 18. - 20. November fand das zweite Bundeskoordinierungstreffen des Jahres in Berlin statt. Am Freitag haben wir mit Juliane Seifert, Bundesgeschäftsführerin der SPD und ehemaliges Bundesvorstandsmitglied der Juso-Hochschulgruppen, über die anstehende Bundestagwahl diskutiert. Dabei haben wir insbesondere die Punkte, die uns für das Wahlprogramm wichtig sind, noch einmal verdeutlichen können. Darüber hinaus haben wir uns u.a. mit einer substantiellen BAföG-Reform insbesondere mit Blick auf die individuelle Weiterbildungsfinanzierung, der aktuellen Problematik mit der VG Wort sowie dem Bundesteilhabegesetz auseinandergesetzt. Ebenfalls haben wir Strategien gegen Antifeminismus in den Hochschulen und der Gesellschaft entwickelt und das Arbeitsprogramm für das kommende Jahr beschlossen.
Neben Marieke Reiffs als Bundesgeschäftsführerin wurde auch ein neuer Bundesvorstand gewählt, der nun aus Aljoscha Dalkner, Jasmin Delveaux, Emily Feigel, Max Meisenheimer, Ferdinand Meyer-Erlach und Mia Thiel besteht.

 

Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung zum Thema "Studienmöglichkeiten für Geflüchtete"

Am 23. November waren wir auf der FES-Bildungskonferenz "Studienmöglichkeiten für Geflüchtete" in Berlin zu Gast. Mit verschiedenen Expert*innen aus Wissenschaft und Gesellschaft haben wir uns über aktuelle Wege ins Studium für Geflüchtete ausgetauscht und die damit verbundenen Hürden besprochen. Vor allem studentische Initiativen, aber auch einige Hochschulen haben im vergangen Jahr versucht, Geflüchtete willkommen zu heißen. Doch muss das viel zu eng gestrickte aktuelle Asylrecht dringend verändert und eine kostenlose, unbürokratische und bundesweit einheitliche Prüfung der Hochschulzugangsberechtigung ermöglicht werden. Darüber hinaus gilt es, vor Ort spezielle Beratungsangebote und insbesondere Frauen*Empowerment-Strukturen für weibliche* Refugees auszubauen oder zu schaffen.

 

Tagung #NeueGerechtigkeit der SPD-Bundestagsfraktion

Am 25. November fand die Abschlusskonferenz zum Projekt #NeueGerechtigkeit der SPD-Bundestagsfraktíon statt. Mit diesem Projekt möchte die Fraktion Antworten auf verschiedene Zukunftsthemen wie beispielsweise die Globalisierung, Digitalisierung oder den demografischen Wandel formulieren, um eine sozial gerechte Bundespolitik zu verwirklichen. In der Gruppe #NeueChancen haben wir uns mit einer gerechten und emanzipatorischen Bildungspolitik beschäftigt. Zu den Themen frühkindliche Bildung, Gleichwertigkeit von akademischer und beruflicher Bildung und Weiterbildung haben wir uns fortlaufend eingebracht und für unsere Positionen gestritten. Denn eins steht auch für uns klar: Ohne eine Bildungspolitik der sozialen Gerechtigkeit kann es eine sozial gerechte Gesellschaft nicht geben!

 

Pressemitteilung: Wanka setzt wiederholt falsche Schwerpunkte im Bildungshaushalt!

Breite und diverse Bildung statt Elfenbeintürme! Der Bildungshaushalt für das Jahr 2017 lässt zu wünschen übrig: Zwar begrüßen wir, dass dieser um sieben Prozent erhöht wurde, doch die gesetzten Schwerpunkte sind lückenhaft.  Für das Jahr 2017 wird die Exzellenzstrategie und die damit einhergehende Elitenförderung verstetigt. Anstatt allen Menschen einen Zugang zu guter und kritischer Bildung zu ermöglichen, werden wieder nur vereinzelte Hochschulen und Projekte gefördert. Auch im Bereich der Digitalisierung fehlt ein Konzept, denn reine Investitionen in die Infrastruktur reichen nicht aus – wir brauchen eine moderne Didaktik, damit die digitale Agenda endlich am Campus ankommt! Unsere Kritik am Bildungshaushalt könnt ihr hier nachlesen.

 

Konferenz "Lehre, Forschung und Innovation an Fachhochschulen" der SPD-Bundestagsfraktion

Am 28. November fand die Fachkonferenz zu Fachhochschulen der SPD-Bundestagsfraktion statt. Dort haben wir uns dafür stark gemacht, dass Universitäten und Fachhochschulen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Des Weiteren haben wir betont, dass Strukturen geschaffen werden müssen, damit auch Studierende an Fachhochschulen selbstbestimmt und individuell studieren können. Auch ihnen muss ermöglicht werden, Zeit für Engagement neben dem Studium zu finden. Dies ist insbesondere wichtig, da es gerade an Fachhochschulen erhöhte Präsenzzeiten gibt und viele Studierende neben dem Studium noch erwerbstätig sind. Für uns ist klar, dass Fachhochschulen für mehr Bildungsgerechtigkeit eingeführt wurden und daher gestärkt werden müssen.

 

VG Wort: Kopieren statt Studieren!

Die Einigung zwischen der Kultusministerkonferenz und der Verwertungsgesellschaft Wort (VG Wort) lehnen wir Juso-Hochschulgruppen ab. Die Folgen des neuen Rahmenvertrags sind vor allem Verschlechterungen für die Studierenden. Der Modellversuch in Osnabrück hat gezeigt, dass das Konzept nicht praxistauglich ist, stattdessen führt es dazu, dass Dozierende keine Texte mehr auf die Lehrplattformen hochladen und Studierende wieder an die Handapparate und Kopierer müssen. Deshalb muss schnellstmöglich nachverhandelt werden.
Um unseren Protest zu verdeutlichen haben wir auf unseren Social Media Kanälen und auf unserer Website einige Informationen dazu bereitgestellt. Für die Hochschulgruppenarbeit vor Ort haben wir darüber hinaus einen Musterantrag erarbeitet, den ihr gerne in die Organe eurer Studierendenschaft einbringen könnt.

 

Ausblick: Hochschuldialoge 2016/17

In diesem Wintersemester starten wir erneut die Hochschuldialoge! Hierbei steht der Dialog von Studierenden, Politiker*innen und weiteren Interessierten im Mittelpunkt. Wir wollen so über relevante Fragen zukünftiger Politik offen sprechen und politische Diskussionen über die Gerechtigkeitsfragen unserer Zeit wieder auf den Campus tragen. Der erste Hochschuldialog fand bereits am 05.12. in Köln mit Sigmar Gabriel und zwei Kölner Professorinnen statt und wurde von ca. 1.200 Studierenden besucht. Diskutiert wurde die Frage "Die Zukunft der sozialen Gerechtigkeit - Wohin steuert unsere Gesellschaft?". Weitere Informationen und Hinweise zu den kommenden Hochschuldialogen gibt es hier.

 

 
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