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Wissenschaft und Forschung

Freiheit der Wissenschaft bewahren – privatwirtschaftliche und militärische Interessen von den Hochschulen verbannen!
 
Eine Bedingung die oft an Wissenschaft gestellt wird,  ist das ständige Hinterfragen von Vorangegangen. Wissenschaft muss also kritisch sein, sonst ist es keine Wissenschaft!  Hierzu ist es notwendig, dass Forscher*innen objektiv an einen Untersuchungsgegenstand herangehen. Leider fällt es in der heutigen Zeit schwer, daran zu glauben, dass den meisten  Forscher*innen diese Möglichkeit unbefangen an eine Arbeit heranzugehen noch gegeben ist. 
 
Denn vor allem in letzter Zeit häufen sich die Meldungen in den Medien, dass Hochschulen im enormen Ausmaß Gelder vom Militär oder von der Rüstungsindustrie erhalten. Und auch sonst erhöht sich der Anteil der Finanzierung von Forschung durch die Privatwirtschaft. Selbst  wenn sich das für manche auf den ersten Blick nach einer lohnenswerten Verzahnung von Wissenschaft und Gesellschaft anhört von der beide Seiten profitieren könnten, ist doch nach einigem Nachdenken offensichtlich, dass diese Verzahnung zu Lasten der Freiheit von Wissenschaft gehen muss.  Denn wenn Forscher*innen aus Mangel an öffentlichen Geldern dazu gezwungen sind, beispielsweise um eine Studie zur Effizienz des Gesundheitswesens realisieren zu können,  Gelder aus der Pharmaindustrie anzunehmen, kann sich jede*r denken, wie offen das Erkenntnissinteresse, diese*r Wissenschaftler*in noch sein kann.
 
Wir Juso-Hochschulgruppen treten deshalb um die Freiheit von Forschung wieder herzustellen für Zivilklauseln an allen Hochschulen und für eine solide Grundfinanzierung von Hochschulen von öffentlicher Seite ein, um Forschung unabhängig von privatwirtschaftlichen Interessen realisierbar zu machen.
 
Einer öffentlichen Zusatzfinanzierung um bestimmte Forschungsprogramme zu unterstützen, stehen wir grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Nur die derzeitige Umsetzung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) ist intransparent und undemokratisch und hat zur Folge, dass nicht die vollkommene Bandbreite von Forschungsansätzen gefördert wird, sondern lediglich ein Teil, nämlich die sogenannte „Mainstreamforschung“. Deshalb fordern wir um die Vielfalt von wissenschaftlichen Ansätzen und das damit verbundene ständig notwendige Selbsthinterfragen zu fördern, eine umfassende Reform der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

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