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Gute Arbeit

Die Lehre an Hochschulen ist ohne studentische Beschäftigte nicht vorstellbar. Wagt man das Gedankenexperiment dennoch, würde man sehr schnell feststellen, dass ein Aufrechterhalten des Lehrbetriebes absolut unmöglich wäre. Ca. 100.000 studentisch Beschäftigte unterstützen Lehrende bei der Vorbereitung ihrer Lehrveranstaltungen, geben Tutorien, arbeiten in Bibliotheken und Beratungseinrichtungen, beaufsichtigen Prüfungen und vieles mehr.
 
Dieser Beitrag muss angemessen gewürdigt werden. Jedoch werden Studierenden fast an allen Hochschulen elementare Arbeitnehmer*innenrechte vorenthalten. Von absurden Lohnobergrenzen (!), die an ostdeutschen Fachhochschulen eine Stundenvergütung von 4,97 € vorsehen, bis zum Vorenthalten von Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, reichen die Benachteiligungen. Studierende erbringen normale, sozialversicherungspflichtige Arbeit und müssen demnach von einem Tarifvertrag geschützt werden, wie er beispielsweise in Berlin besteht. In ihm müssen elementare Rechte wie Urlaubsansprüche, geregelte Arbeitszeiten, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Wahl eines Personalrates und nicht zuletzt ein Mindestlohn nicht unter 11 € vereinbart sein.
Die Juso-Hochschulgruppen haben mit einer eigenen Kampagne „Ihr macht Gute Arbeit" auf diese Missstände aufmerksam gemacht und unterstützen ausdrücklich gewerkschaftlich orientierte Studierendengruppen sowie die Tarifini bei ihrem Kampf für faire und gerechte Arbeitsbedingungen.
 
Doch nicht nur für studentische Beschäftigte, auch für viele weitere Menschen mit den verschiedensten Aufgabenbereichen sind die Hochschulen Arbeitsplatz. Viele von ihnen haben täglich mit den Auswirkungen der zunehmenden Prekarisierung und des Ökonomisierungsdruckes an den Hochschulen zu kämpfen. Unser Ziel ist eine Hochschule, an der sich alle Beschäftigten frei von ökonomischen Existenzängsten oder anderen vermeidbaren Sorgen und Zwängen entfalten und ihrer Arbeit nachgehen können.
 

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